Die Magie der Suppen: Kraftsuppen der TCM

20160902_170105-1024x576Jetzt hat es uns endlich mal alle erwischt. Den ganzen Herbst und Winter hindurch konnten wir uns erfolgreich gegen alle Erreger da draußen wehren, doch die bereits abgeheilten Feuchtplattern der Bubis haben Tür und Tor geöffnet. Ihr geschwächtes Immunsystem hat alles aufgenommen, was sie aufschnappen konnten. Und letztendlich hat es nun auch mich erwischt. Und das ist wirklich Premiere seit Jahren: Ich schnupfe. Ich schneuze. Wer mich gut genug kennt, der weiß: meine Nase läuft niemals. Mein Immunsystem ist over the top.

Um es kurz zu machen: Ich fühlte mich hundeelend. Ich war totkrank.

Mittlerweile ist dies schon wieder Geschichte- daher wurde mir eines wieder klar. Omas gute alte Hühnersuppe ist magisch. Darum bekommt sie auch von mir einen eigenen Eintrag.

Aber nicht nur die Omis wissen über das Geheimnis Bescheid, welches hinter den Suppen steckt: Auch die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) empfiehlt Kraftsuppen besonders in der kalten Jahreszeit, um dem Körper Wärme und Energie zuzuführen, die Funktionskreisläufe Lunge/ Dickdarm und Niere/ Blase zu unterstützen und nach (schwerer) Krankheit wieder aufzupäppeln.

Das beginnt schon damit, dass das Immunsystem in dieser Zeit bereits präventiv gestärkt werden soll: Saisonales und regionales Gemüse (und Obst) liefert aus Sicht der TCM genau die Nährstoffe, die wir zu diesem Zeitpunkt benötigen. Mit den richtigen Gewürzen und Kräutern gemeinsam in eine Suppe verpackt, stärken wir unseren Organismus ganz besonders.

Im kalten Herbst und Winter ist es besonders ungünstig, wenn wir viel Rohkost, Salat und kalte Speisen direkt aus dem Kühlschrank, Joghurt, Südfrüchte (Mandarinen, Orangen, Zitronen & Co) oder Bananen essen. Sie kühlen unseren Organismus und schwächen unser Verdauungssystem: Vor allem Milchprodukte wirken nicht nur kühlend, sondern auch verschleimend. Im Umkehrschluss soll man sich selbst immer fragen, wenn man sehr oft verschleimt ist oder schnupft, ob es eventuell auch an einer erhöhten Aufnahme von Milchprodukten liegen kann. Unser Körper dankt es uns in dieser Zeit, wenn wir 3x am Tag warme gekochte Mahlzeiten zu uns nehmen.

Kraftsuppen gelten aus der Sicht der TCM in dieser Zeit als garantierter Lieferant von Qi (der Lebensenergie), die mit Fleisch oder auch nur Gemüse, vielen Kräutern und Gewürzen zubereitet wird. Besonders bei Säfte- und Blutmangel ist es wichtig Kraftsuppen mit Fleisch zu sich zu nehmen; besonders „hitzige“ Typen sollten jedoch nur auf Gemüse- Kraftsuppen setzen. Je länger diese Suppen kochen umso besser: die TCM- Kochzeit beträgt etwa 2 Stunden. In dieser Zeit soll sie schwach köcheln- hier werden Gemüse, Fleisch, Kräuter, Gewürze & Co in Energie umgewandelt, die uns hilft besser zu verdauen. Dadurch wird unser Organismus nicht so sehr belastet- wir haben mehr Energie damit wir besser die Krankheitserreger bekämpfen können.

Das Gemüse der gekochten Suppen ist nach dem Kochen frei von allen Nährstoffen- diese sind bereits in die Suppe übergegangen. Neues fein geschnippseltes Gemüse kann beigefügt und kurz aufgekocht werden. In der TCM nährt man sich übrigens nicht von Nähr- und Vitalstoffen wie Kohlenhydrate, Vitamine & Co, sondern durch die Energie, die beim Kochen entsteht. Nur aufgenommene Nahrung mit viel Energie kann den Körper optimal unterstützen. Kühlschrankessen hat keine Energie, kühlt den Körper und belastet ihn auf Dauer. Hier gilt wie immer: die Dosis macht das Gift.

Was kann also alles in die Suppe wandern? Ganz einfach: Alles war gerade Saison hat und aus Österreich kommt. Natürlich am besten Bio. 

Karotten, gelbe Rüben, Kohl, Lauch, Knoblauch, Zwiebel, Sellerie, Mangold, Spinat, Fenchel, Schwammerl, Kürbis, Erdäpfel, Süßkartoffel- aber auch Ingwer, Lorbeerblätter, Pimentkörner, Senfkörner, Pfefferkörner, Petersilie, Schnittlauch, Oregano, Majoran, Thymian, Algen, Liebstöckel (ich liebe ihn- besonders den frischen!), gewürzt mit hochwertigem Salz (z.B. Khoysan), Pfeffer, Kurkuma & Co. Ich gebe meist zum Schluss noch Glasnudeln oder gekochten Reis (Gerste, Dinkelkörner,..) hinein- Fertig! Und wenn ich eine Fleischsuppe bastle, dann nehme ich meist ein ganzes Hühnchen oder ein gutes Stück Rindfleisch, koche es von Anfang an mit und entferne dann Haut und Knochen, gebe das Fleisch wieder in die Suppe und fertig ist das Meisterwerk.

Die Suppe kann nicht nur zum Mittagessen, sondern auch Abendessen und sogar zum Frühstück gegessen bzw. getrunken werden. Einfach in einen Thermosbecher eingepackt, kommt die Suppe auch ins Büro. Im Kühlschrank hält sich die Suppe einige Tage lang.

Sie kann als Vorbeugung und Stärkung für das Immunsystem gegessen werden, aber auch während einer Erkrankung. Hier ist zu beachten, dass besonders lang gekochte Fleischkraftsuppen nicht gerade zum Zeitpunkt der Spitze des Dahinsiechens gegessen werden sollen, sondern erst, wenn es wieder bergauf geht- als Unterstützung. Gemüse- Kraftsuppen können immer gegessen werden, sie wirken nicht so stark aufbauend wie Fleisch- Kraftsuppen.

WIR können (auch im Sommer) ohne unsere heißgeliebten Suppen nicht mehr leben, besonders in der kalten Jahreszeit spüren wir ganz besonders die Energie, die von ihr ausgeht. Seit der Geburt meines zweiten Sohnes Maximilian schwöre ich umso mehr auf die magische Kraft der Hühnersuppe: Diese habe ich in den ersten Tagen (und Wochen) nach der Geburt literweise in mich hineingeschaufelt. Ich strotzte nur so vor Energie, keine Spur von Wochenbettmüdigkeit. Ich war fit, gut gelaunt und genau so gefühlsdusselig wie immer… 🙂 Ich liebe sie. Von mir gibts hier eine klare Empfehlung!

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